Venerische Lymphknotenentzündung

Die Venerische Lymphknotenentzündung (Lymphogranuloma inguinale) ist eine vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragene, seltene Infektionskrankheit, die vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten vorkommt. Sie gehört zu den meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten. Der Erreger ist das intrazellulär (in den Zellen) lebende Bakterium Chlamydia trachomatis.

Zwischen einer und drei Wochen nach der eigentlichen Ansteckung entwickelt sich an der Eintrittsstelle des Erregers ein Knötchen oder Geschwür, das meist unbemerkt bleibt. Weitere ein bis vier Wochen später bilden sich dann beim Mann schmerzhafte, oft nur einseitige Vergrößerungen der Leistenlymphknoten. Diese sind blaurot gefärbt und geschwollen, mit der Haut verbacken und schmelzen unter Eiterbildung ein, sodass sich zerfallende Geschwüre bilden. Bei der Frau sind vorwiegend die Lymphknoten des kleinen Beckens bzw. der Bereich von After und Mastdarm betroffen. Als Allgemeinbeschwerden können in dieser Phase der Erkrankung Fieber und Gelenkbeschwerden auftreten. Unbehandelt kann es aufgrund des Verschlusses der Lymphwege zu einem chronischen Lymphstau mit Schwellungen im Bereich der Geschlechtsteile und des Mastdarms kommen. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch den Nachweis von Erreger-Antigenen im Blut.